„Ein jeder ist zu wahrer Einsicht und richtigem Handeln fähig.“ – laut Sokrates, dem Sohn einer Hebamme, bedarf es dafür lediglich eines guten Lehrers. Es war seine Überzeugung, dass Lernende bereits alles Wissen in sich tragen, sie jedoch nicht darauf zugreifen können. In so einem Fall obliegt es dem Lehrer, dieses Wissen, ähnlich der Tätigkeit einer Hebamme, zur Welt zu bringen. Und dies tat Sokrates seinerzeit durch das Stellen gezielter Fragen.

Und damit entsprechen sowohl die Überzeugung als auch das Vorgehen Sokrates‘ grundsätzlich denen von Coaches in der heutigen Zeit.

Eine Offene Haltung

Aber bei diesen Übereinstimmungen hört es nicht auf! Wenn man den Überlieferungen glauben kann, verbrachte Sokrates seine Tage damit, auf dem Marktplatz in Athen zu sitzen, Fragen zu stellen, zuzuhören und nachzuhaken. Dabei war er seinen Schülern gegenüber immer offen, zugewandt und bescheiden – vor allem aber von ihrem Können überzeugt.

Auch die Haltung, die Sokrates seinen Schülern entgegen brachte, steht der heute in Coaching-Ausbildungen gelehrten, in nichts nach. Sie zeugt von einem positiven, vorurteilsfreien und wertschätzenden Menschenbild.

Die Fülle an Übereinstimmungen legt es förmlich nahe, in Sokrates womöglich den ersten Coach der Geschichte zu sehen. Und nicht nur das. Er kann mit seiner Überzeugung, seinem Vorgehen und seiner Haltung meiner Ansicht nach als echtes Vorbild für Coaches dienen.

So mag es auch nicht überraschen, dass meine Coaching-Philosophie auf Werten basiert, die unter anderem auf Sokrates zurückgehen.

Philosophie und Coaching

Den Philosophen in eine derart enge Verbindung mit Coaching zu bringen, mag zunächst verwundern. Aber wie die kurze Ausführung zeigt, geht es beim Coaching nicht nur um das zielorientierte Anwenden von Tools. Das ist wichtig, das steht außer Frage. Werte und ein positives Menschenbild sind meiner Ansicht nach jedoch ebenso entscheidende Kriterien für Coaches.

Und da unsere Kultur, also auch unsere Werte und unser Menschenbild, maßgeblich von den Philosophen der Antike geprägt wurde, ließe sich somit schlussfolgern, dass das heutige Coaching seinen Ursprung zum Teil auch in der antiken Philosophie hat. Werte, ein positives Menschenbild und Coaching-Tools ergeben wie ich finde eine starke Kombination, die es vermag, Menschen ihren Zielen und wahrer Erkenntnis näher zu bringen. Und deshalb macht es mich stolz, ein Coach zu sein.

Dieses kurze Video (Englisch) fasst diese Schlussfolgerung sehr schön zusammen und führt diese Gedanken weiter.

Und was bedeutet das für mich?

Sokrates, der Philosoph, war ein Coach!

Mich als jungen Coach inspiriert und motiviert diese Tatsache ungemein, nicht nur über Coaching als solches nachzudenken, sondern es auch mit Blick auf die Zeit, in der wir Leben, weiter zu denken.

Ich bin gespannt!